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Donnerstag, 3. Juli 2014

Politik in Aktion - ein neues Pilotprojekt entsteht

Düsseldorf - Landtag NRW - Im zweiten Gespräch im Rahmen des Ideenwettbewerbs zum Schulprojekt Café Europa konnten die SchülerInnen der Realschulklasse 8c ihre Ideen vorstellen. Das Schulministerium war mit Norbert Reichel und Hildegard Banneyer hochrangig vertreten. Die drei Landtagsabgeordneten Holger Ellerbrock (FDP),  Stefan Engstfeld und Matthi Bolte (beide Grüne) vertraten die Politik. Und das könnte die Geburt eines neuen Projektes gewesen sein: Die Jugendlichen wollten, dass ihr Politikunterricht dadurch interessanter wird, dass tatsächliche aktuelle Gesetzesvorhaben ihnen zugänglich gemacht wird. Sie würden dann ihre Meinung dazu den PolitikerInnen mitteilen. Eine Webseite mit Foren könnte das möglich machen. Nun wird es Gespräche geben und ein Konzept entstehen.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Vorbereitung auf den Landtag


Kerpen – Realschule Klasse 8c – Die Jugendlichen sind Feuer und Flamme. Morgen wollen sie den Landespolitikern ihre Ideen für mehr Partizipation vorstellen. Sie, die Jugendlichen wollen intensiver an politischen Prozessen beteiligt werden. Sie wollen mitsprechen können in aktuellen politischen Prozessen und ernst genommen werden. Wie sonst werden sie in Zukunft wählen gehen? Gern würden sie in einem Pilotprojekt das Interesse der Jugendlichen beweisen.
Um die verschiedenen politischen Ebenen deutlich zu machen, haben wir die Ligen von der Kreis- bis zur Bundesliga mit unterschiedlich großen Bällen dargestellt. Das kam an.

Sonntag, 25. Mai 2014

CAFE EUROPA - Wahlsonntag


Wahlsonntag. Diese Europawahl hat viele Jugendlichen nicht kalt gelassen. Sie haben sich im Ideenwettbewerb Gedanken gemacht über die nicht wählenden Erwachsenen, über ein unattraktives Europa und haben nach Lösungen gesucht. Spannend wird es sein, wenn in einer Expertenrunde im Landtag von Nprdrhein-Westfalen die Ideen der Kaarster und Kerpener RealschülerInnen geprüft werden. Können sie etwas bewergen? Danke an alle die mitgemacht haben.

In Essen hat die Gesamtschule Borbeck wieder zum Wahlcafé eingeladen. Wieder, weil diese Schule seit 2005 die Wahlprojekte mitgemacht hat. Vor der Schule trafen sich die Menschen der Umgebung - gingen erst wählen, dann Kuchen essen - mit einer Tasse fair gehandelten Kaffee. Die Schüler waren begeistert, der Politiklehrer mindestens ebenso. Das schafft bei den Jugendlichen ein anderes Politikverständnis. Die werden mal wählen gehen.

Insgesamt positiv sehen auch wir dieses Projekt. Mit dem Ideenwettbewerb konnten wir eventuell ein Zukunftsprojekt anstoßen: Politik in der Schule. Das könnte spannend werden. Vor der Wahl hatte es ein Treffen der SchülerInnen mit den Landtagsabgeordneten gegeben. Das wird nun fortgesetzt und am 3.7. werden wir sehen, ob aus der Idee der Jugendlichen wiederum ein Pilotprojekt werden könnte. Spannend ist es in jedem Fall und zur nächsten Wahl werden wir wieder zum Wahlcafé aufrufen.

Donnerstag, 15. Mai 2014

1944: Widerstandsgruppe Europäische Union hingerichtet

WDR ZEITZEICHEN 8.5.14: Was für ein programmatischer Name für eine Widerstandsgruppe. Dass diese Gegner des Nationalsozialismus dennoch so wenig beachtet werden, mag an ihrer linkssozialistischen Ausrichtung liegen. Ihre Hinterbliebenen erhielten nach dem Krieg keine Wiedergutmachungs-Leistungen, ihr Richter konnte in der Bundesrepublik weiterarbeiten, als sei nichts geschehen. Mitglieder der "Europäischen Union" versteckten Juden und versorgten sie mit gefälschten Ausweisen; sie hatten auch Kontakt zum kommunistischen Widerstand. Sie setzen sich aber auch für ein geeintes linkes Europa mit demokratischen Rechten und Freiheiten ein. Mehr - Beitrag hören
(Nach Maßgabe des §47 UrhG darf diese Sendung für den Unterricht mitgeschnitten also auch verwendet werden.)

Mittwoch, 7. Mai 2014

CAFÉ EUROPA - Präsentation der Ideen

Auf dem Rheinturm

Die Präsentation der Ideen auf dem Rheinturm hat allen beteiligten Jugendlichen viel gebracht. Der Ausblick auf das weite Land – die Sicht war gut genug, den Kölner Dom zu erkennen – beeindruckte sehr. Aber auch von oben auf den Landtag (Bild rechts Mitte) und das Stadttor, also auf die politische Landschaft Nordrhein-Westfalens schauen zu können, hinterließ einen starken Eindruck.


Auf der Aussichtsplattform haben wir einen Raum gemietet, der für eine Stunde der Präsentation der Ideen diente. Wichtig war uns, dass dabei nichts an Schule und Klassenzimmer erinnerte. So haben wir auf Tische und Stühle, auf Pinnwände und Beamer verzichtet. Die Lounge-Atmosphäre machte klar, dass hier eine Ehrung anderer Art geplant ist. Die anwesenden Jugendlichen konnten sich gegenseitig kennenlernen und austauschen.

Im Landtag

Nach dem Essen begann die Präsentation im Landtag.
Die Terminschwierigkeiten der Abgeordneten führten dann noch einmal mehr ihren Alltag vor Augen: Die SPD und die CDU hatten alles versucht, eine Vertreterin oder einen Vertreter zu senden, es aber nicht geschafft. Auch die beiden Abgeordneten von Grünen und FDP mussten zeitweise passen. Stefan Engstfeld (Grüne) kam aus der Sitzung nicht heraus, die dem Präsentationstermin voranging und entschuldigte seine Verspätung, indem er über die Beschlüsse erzählte, die gerade im Ausschuss besprochen wurden. Tagespolitik pur. Und Holger Ellerbrock (FDP) musste früher gehen, um die Pressekonferenz noch zu erreichen, die logischerweise ohne ihn nicht laufen konnte.
Mit dabei war Martin Flasche, Leiter der Gruppe Europäische Union in der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Er vertrat Ministerin Angelica Schwall-Düren, die aus terminlichen Gründen nicht dabei sein konnte.


Jugendlichen waren vorher noch nicht in einem Fraktionssaal und so lernten sie auch nebenbei ein wenig den Alltag der Abgeordneten kennen.

CAFÉ EUROPA - Ideenwettbewerb - 1. Platz



Den 1. Platz belegten die SchülerInnen der Klasse 8c der Städtischen Realschule Kerpen, die in 6 Arbeitsgruppen ihre Vorstellungen einer intensiven Beteiligung von Jugendlichen an politischen Prozessen entwickelten. Es war vor allem das Ergebnis der Arbeitsgruppe 1, das uns begeisterte:

Praktische Politik in der Schule
Die politische Wirklichkeit muss in die Schule einziehen. Wir wünschen uns, dass Mitspracheformen und die Erarbeitung von konkreten Zukunftsfragen als ein selbstverständlicher Teil des Unterrichts in allen Schulformen vorkommt. Jugendliche lernen dadurch ihre Gesellschaft kennen, wissen, wie die Politik funktioniert. 

Sie werden sich, wenn die Aufgaben im Unterricht mit der Wirklichkeit zu tun haben, ganz anders beteiligen. Sie sind beteiligt an politischen Prozessen und werden ganz selbstverständlich auch später mitreden wollen. Sie werden wählen gehen, wenn sie dürfen und sie werden eher das Interesse zeigen, sich als PolitikerInnen einzubringen.

Die Jugendlichen fordern damit eine unmittelbare Einbindung der Schulen in tatsächlich ablaufende politische Prozesse. Für sie würde damit Politik nicht mehr nur ein theoretisches Schulfach bleiben, sondern sie hätten das Gefühl, damit über ihre eigene Zukunft mitentscheiden zu können. Das könnte kommunale Politik betreffen, wenn Fragen nach der Vergabe von Geldern für Prestigeprojekte oder die Stadtautobahn gegen die Interessen der Jugendlichen stehen. 

In der Diskussion die sich daraus entspann zeigte sich, dass die SchülerInnen in Iserlohn das bereits kennen. In ihrer Stadt gibt es für sie weitreichende Einflussmöglichkeiten auf Beschlüsse des Rates und sie konnten anschauliche Beispiele dafür liefern. Da das aber offenischtlich nicht landesweit üblich ist, bleibt die Idee der Jugendlichen aus Kerpen unterstützenswert, zumal sie weit über den kommunalen Rahmen hinaus geht und auch landes-, bundes- und europapoliitische Bedeutung hat.
Die weiteren Arbeitsgruppen der Klasse 8c der Realschule Kerpen beschäftigten sich mit der Umsetzung auf breiter Ebene.

Arbeitsgruppe 2 – Internetbasierte Mitsprachemöglichkeit
Wir wünschen uns Strukturen, in denen uns Mitspracherechte gewährt werden. Das ist im Internet leicht möglich. Wir wollen eine Social-media-Plattform eröffnen, auf der die Beschlüsse aus den Parlamenten diskutiert und Verbesserungsvorschläge durch uns Jugendliche gemacht werden können. Die in unserer Region gewählten Abgeordneten aus den verschiedenen Parlamenten wollen wir einbeziehen, dadurch kennen lernen und mit ihnen über die jeweiligen Maßnahmen diskutieren.
Arbeitsgruppe 3 – Jugendliche aktivieren ihre Umgebung
Wir wollen in Schulen und Jugendzentren gehen und die Gleichaltrigen mit Flyern, Stiften und Armbändern animieren mitzumachen. Sie sollen uns helfen, die Erwachsenen über die Wichtigkeit der Wahlen aufzuklären. Nur wer wählt, bringt uns weiter!

Arbeitsgruppe 4 – Jugendorganisation gründen
Wir wollen eine Organisation gründen, die alle Jugendlichen zusammenschließt und vernetzt, um den Bedürfnissen und Wünschen der einzelnen nachzugehen. Dafür soll es in jeder Kommune einen Standort in einem Jugendzentrum geben, das die Ideen der ansässigen Jugendlichen bündelt. Diese Meeting-Points werden wiederum untereinander vernetzt. Organisationen dieser Art, die genauso vernetzt sind, soll es in ganz Europa geben.
So sollen möglichst viele Jugendliche mitmachen können und die Politik beeinflussen dürfen. Die PolitikerInnen aus Kommune, Land, Bund und Europa sollen eingeladen werden, die Ideen der Jugendlichen zu hören und umzusetzen. Unter Einbeziehung der Medien sollen die Erwachsenen die zukunftsweisenden und realistischen Idee von uns Jugendlichen kennenlernen, ernst nehmen und umsetzen.
Arbeitsgruppe 5 – Wahlrecht ab 14
Die Welt hat sich in den letzten 20 Jahren rasant gewandelt. Jugendliche sind heute durch die neuen Medien viel früher an persönlichen Entscheidungsprozessen beteiligt. Auch die PolitikerInnen sind viel jünger geworden. Es ist daher notwendig, dass wir schon ab 14 Jahren wählen dürfen, da wir in der Lage sind, uns verantwortungsbewusst für unsere eigene Zukunft einzusetzen.
Für die Zukunft ihrer und aller Kinder !


Gestutzt haben wir bei der Vorstellung der Arbeitsgruppe 5, das Wahlrecht ab 14 einzuführen. Schließlich kämpfen wir in den meisten politischen Ebenen noch um das Wahlrecht ab 16 Jahren. Aber die Begründung der 14jährigen war einleuchtend.

Wir können uns ja auch in diesem Projekt mit komplizierten politischen Vorgängen beschäftigen, warum sollten wir dann nicht auch wählen dürfen. Und: Wer wählen darf, wird sich für Politik stärker interessieren. Wer noch zwei oder gar vier Jahre darauf warten muss, wird sich nicht so stark informieren.








CAFÉ EUROPA - Ideenwettbewerb - Platz 2



Was würde sein, wenn…? haben sich die SchülerInnen der 10. und 11. Klasse aus Iserlohn gedacht. … wenn die Europawahl so wenig Beteiligung bringt, dass Europa zerfällt. Die Jury war begeistert, obwohl ja ein Kriterium nur bedingt erfüllt war, die Durchführbarkeit. Es würde in Deutschland kein Sender wagen, eine Nachrichtensendung wie die folgende zu senden:


Der Nachrichtensprecher: Was damals als unvorstellbares Zukunftsszenario „Titanic“ von dem Centrum für Angewandte Politikforschung in München entwickelt wurde, ist heute aufgrund der niedrigen Europa-Wahlbeteiligung am letzten Sonntag, Wirklichkeit geworden: Die Staats- und Regierungschefs haben mit 2/3 Mehrheit beschlossen, die EU aufzulösen. Wir schalten zu unserer Korrespondentin Anne-Marie Kamp nach Brüssel.
Die Korrespondentin: Es ist unglaublich, welche Szenen sich hier vor dem Europäischen Parlament abspielen! Seit dem Bekanntwerden der Nachricht, versammeln sich sowohl Befürworter als auch Gegner der Europäischen Union und liefern sich heftige Wortgefechte. Um Eskalationen zu verhindern, musste die Polizei vereinzelt eingreifen.(Vollständiger Text auf unserer Webseite.)

Aber die Idee, die dahinter steckt, war der Jury so wichtig, dass sie Platz 2 vergab. Vor allem auch, weil die SchülerInnen das Ganze heruntergebrochen haben auf ihre Schule. Als Europaschule haben sie viele Wände mit europäischen Flaggen und Motiven geschmückt. Die Schuldurchsage des Direktors ihre Schule haben sie sich am Tag nach der katastrophalen Europawahl so ausgemalt:
 


Achtung, eine Durchsage!
Liebe Schülerinnen und Schüler,
es folgt eine äußerst wichtige Durchsage, deshalb bitte ich um eure ungeteilte Aufmerksamkeit. Aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung bei den Europawahlen letzten Sonntag, haben alle Staats- und Regierungschefs beschlossen, die Europäische Union aufzulösen. Ich wiederhole: Hiermit ist das Projekt EU gescheitert. Das hat auch für unsere Schule spürbare Konsequenzen. Das Logo unserer Europa-Schule hat der Hausmeister bereits entfernt.