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Dienstag, 23. Juni 2015

Politik in Aktion: Der krönende Abschluss

Die Klasse 9c der Realschule Kerpen war äußerst
diszipliniert und hat einen großen Eindruck hinterlassen.
Kerpen - Erstmals haben sich in Deutschland Schülerinnen und Schüler mit einem laufenden Gesetzesvorhaben des Landtages beschäftigt, um sich in das reale politische Geschehen einzumischen. "Wir haben uns in den letzten Jahren für Kinder eingesetzt, die auf Tabakplantagen schuften oder die Fußbälle nähen müssen. Jetzt haben wir uns gedacht, dass wir uns mal für uns selbst einsetzen wollen", sagt selbstbewusst die 15jährige Oumaima und spricht für alle Mitschüler der Klasse 9c der Realschule Kerpen. Sie kennen an ihrer Schule einige Mitschüler, die in irgendeiner Weise mit einer Behinderung leben. Da war es doch spannend sich einzumischen, wenn NRW-Sozialminister Guntram Schneider ein Gesetz in den Landtag mit dem Ziel einbringt „die volle und gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderungen und die Beseitigung von Barrieren, die sie daran hindern“ zu erreichen.  

Brigitte Dmoch-Schweren,
Landtagsabgeordnete der SPD
Und heute, Dienstag, 23.6.2015, ist es endlich soweit. Die Landespolitiker des Kreises Rhein-Erft Rita Klöpper von der CDU,  Brigitte Dmoch-Schweren von der SPD und Yvonne Gebauer von der FDP (stellvertretend für den verhinderten Ralph Bombis) zeigen sich hocherfreut, mit welchem Engagement hier junge Menschen praktische Politik betreiben.

Haben die Politiker im Landtag schon darüber nachgedacht, wie es jungen Behinderten bei der Freizeitgestaltung geht? Da ist ein Schüler in der 5. Klasse, der deutlich gemacht hat, dass es für ihn unmöglich ist, ohne Dolmetscher auf einer Geburtstagsparty  die für ihn so wichtigen Gespräche zu verfolgen. Abgehängt! Da berichten die Jugendlichen von einem behinderten Jungen, der so gern in eine Disco gehen würde. Wie aber soll er ohne Inklusionshelfer Kontakte aufnehmen? Abgehängt. Den anwesenden Abgeordneten wurde die Dringlichkeit dieser Wünsche schnell klar. Es war schön zu beobachten, dass alle drei Abgeordneten sich eifrig Notizen machten. Das würden sie in die wenige Stunden später stattfindenden Fraktionssitzungen einbringen.

Rita Klöpper,
Landtagsabgeordnete der CDU
"Das Inklusionsstärkungsgesetz soll behinderten Menschen", so zitiert Aslihan, "die Chance geben, ihr Leben selbstbewusst und selbständig führen zu können". Da haben aber speziell Menschen mit geistigen Behinderungen bei wichtigen Behördenangelegenheiten große Schwierigkeiten, wie Merveille zu berichten wusste. Die Unverständlichkeit der verwendeten Sprache wäre ja auch für Jugendliche und für Migranten ein großes Problem. Das "Beamtendeutsch" sei, so gab Brigitte Dmoch-Schweren den Jugendlichen recht, schon sehr schwer zu verstehen. Das rühre aber daher, dass es juristisch abgesichert sein müsste. Aber trotzdem könne da bestimmt mehr getan werden. Rita Klöpper verwies darauf, dass die Klasse 9c bei ihrem letzten Besuch bei der Landtagspräsidentin Carina Gödecke, die übrigens die Schirmherrschaft für das innovative Projekt übernommen hat, um Mithilfe gebeten wurde. Der Versuch, Publikationen von den Schülern gegenlesen zu lassen auf ihre Verständlichkeit geht tatsächlich in die richtige Richtung.


Yvonne Gebauer,
Landtagsabgeordnete der FDP und
schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion,
kam stellvertretend für Ralph Bombis,
der leider verhindert war.
Alle Schüler konnten Beobachtungen beisteuern, wie die Situation von Menschen mit körperlichen Einschränkungen in Bus und Bahn ist. "Es ist schlimm zu sehen, wie ein Rollstuhlfahrer nicht in den Bus kommt, weil die möglichen Hilfen nicht oder unzureichend genutzt werden oder bauliche Maßnahmen das erschweren", meint Oumaima.  Das neue Gesetz müsse die Städte und Kreise verpflichten, Aufzüge und Rolltreppen besser zu warten, den Bau von Rampen und  Blindenampeln unverzüglich umzusetzen und mehr Sitzmöglichkeiten für körperlich eingeschränkte Personen in Bussen und Bahnen zu ermöglichen. Zwar verwiesen die Abgeordneten hier auf die Zuständigkeit der Städte und Kreise, notierten sich aber doch, dass hier vielleicht auf mehr Eindeutigkeit geachtet werden muss.
Die Schüler haben den Abgeordneten einiges mit auf den Weg gegeben. Vor allem, dass es nicht reicht, es bei "Kann"-Bestimmungen zu belassen. Es reiche ihnen nicht, wenn gesagt würde, dass es schwer sei, Gebärdendolmetscher oder Inklusionsbegleiter zu finden. Hier müssen Rechtsansprüche entstehen, weil  sonst der notwendige Druck fehle, die teuren Maßnahmen umzusetzen.

Das Podium (v.l.): Brigitte Dmoch-Schweren, SPD, 
Schulleiterin Sabine Salmen, Rita Klöpper, CDU,
Günter Haverkamp, FRIEDENSBAND, Yvonne Gebauer, FDP,
Lehrerin Bettina Henke


Mit diesem Projekt, das von Aktion Weißes Friedensband begleitet wird, ist viel in Bewegung in Politik und Schule geraten. Bei den Jugendlichen hat das Hineinversetzen in Menschen mit Behinderung eine völlig neue Denkweise bewirkt. Die Politiker sind erstaunt, dass Jugendliche einer Realschule diese Reife und Zielgenauigkeit entwickeln, sich mit einem hochkomplexen Bereich unserer Gesellschaft zu beschäftigen und ihre ureigenen Kritikpunkte zu finden, die hoffentlich dem Gesetzesvorhaben gut tun. Und der Politikunterricht von Bettina Henke hat gezeigt, dass Landespolitik zum Greifen nahe in den Unterricht gebracht werden kann und den Jugendlichen ein unverkrampfter Umgang mit den Politikern möglich ist.

Dienstag, 19. Mai 2015

Politik in Aktion: Zentrum Selbstbestimmt Leben in der Klasse 9c

Zwei Stunden nach Herrn Killewald setzte Horst Ladenberger vom Zentrum Selbstbestimmt Leben die Expertenanhörung der Jugendlichen fort. Er erzählte zunächst vom Badeunfall, der ihn in den Rollstuhl zwang und den Weg bis zum aktiven Lobbyisten für die Sache der Behinderten.  Auch er bemühte sich, die Hintergründe des Inklusionsstärkungsgesetzes zu erklären,  zeigte aber auch die Probleme damit auf. Es sei nicht wirklich mit Geld unterpolstert, müsse den Geltungsbereich der Eigenbetriebe einbeziehen und in einer leichten Sprache geschrieben sein. Letzteres ist etwas, was die Jugendlichen für sich selbst fordern könnten: Die Dokumente und Gesetze müssen so geschrieben werden,  dass auch sie sie verstehen können.

Dienstag, 28. April 2015

Politik in Aktion: Vorbereitung auf den Landtag

Und wieder sind die SchülerInnen auf dem Weg in den Landtag. Nachdem die Klasse 9 der Realschule Kerpen schon im letzten Jahr zweimal mit ihrer Idee bei den Landtagsabgeordneten in Düsseldorf waren, können sie ihr Projekt diesmal den Abgeordneten aus Kerpen vorstellen. Das wurde heute noch einmal geprobt. Sie haben aber auch Bitten und Fragen an die Politiker. Gleichzeitig haben wir die weitere Vorgehensweise besprochen. Was muss passieren, bis sie eine konkrete Meinung zum Gesetzesentwurf vorbringen können. 

Donnerstag, 12. März 2015

Landtagsaktion NRW: Rote Hände übergeben

Bei ihrem Besuch in der Realschule Kerpen nahm Nordrhein-Westfalens Landtagspräsidentin Carina Gödecke die Roten Hände entgegen, die die Schulklasse im Januar im Landtag gesammelt hatten. Sie versprach, sie dem Bochumer Bundestagsabgeordneten Axel Schäfer zu geben. Der solle es dann mit nach Straßburg oder Brüssel nehmen.

Aktivgruppe PEACEMAKERS setzt sich für mehr Partizipation in der Politik ein

Die Jugendlichen sind sich einig: Politik ist langweilig, wenn man nur davon in Büchern liest. Ansprechend wird es erst dann, wenn man aktiv daran beteiligt ist. Aus Erfahrung sprechen die Neuntklässler, da sie bereits seit der fünften Klasse, ihr politisches und soziales Engagement immer wieder neu unter Beweis stellen. Jetzt wollen sie nicht nur die Menschen auf bestimmte Missstände aufmerksam machen, sondern aktiv an politischen Prozessen beteiligt sein. Landtagabgeordnete und kommunale Politiker  in NRW sollen ihre Stimme berücksichtigen, wenn es um Entscheidungen geht, die sowohl das Gemeinwohl, als auch das eigene Wohl betreffen. Aus diesem Grund beschäftigen sich die Kerpener Schüler in nächster Zeit mit Gesetzesvorhaben, die auch ihr gemeinschaftliches Miteinander betreffen. 

Die Aktivgruppe PEACEMAKERS hat beim Besuch der Landtagspräsidentin in ihrer Realschule in Kerpen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit ihrer Idee, Politik greifbarer und realer zu gestalten, konnten sie Frau Gödecke überzeugen, die Schirmherrschaft für ihr Projekt zu übernehmen.
FRIEDENSBAND wird gemeinsam mit der Aktivgruppe das Pilotprojekt ausgestalten, damit zukünftig weitere Projekte an anderen Schulen durchgeführt werden können.

„Wir müssen jetzt die Details regeln. Fraglich ist, wie wir die Landtagsabgeordneten für das Projekt gewinnen können. Die haben ja viel zu tun“, sagte Gödecke. Zweckmäßig wäre es deshalb, erstmal die Landtagsabgeordneten aus dem Kreis am Projekt zu beteiligen. Sie sollen jetzt im Landtag mit den Schülern zusammentreffen und die Modalitäten regeln. Klar ist auch, dass sich nicht alle, der oft äußert komplizierten und abstrakten Gesetzesvorhaben für das Internet-Portal eignen. Sie sollen nach Möglichkeit etwas mit der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen zu tun haben.

Die Aktivgruppe PEACEMAKERS freut sich auf die EInladung ins Kerpener Rathaus sowie in den Landtag in Düsseldorf, um ihre Ideen nochmals vor Politikern vorzustellen.

Kölnsche Rundschau


Dienstag, 24. Februar 2015

Politik in Aktion - Start eines Pilotprojektes

Was die Jugendlichen in diesen 90 Minuten lernten, war atemberaubend. Zunächst waren wir gespannt, wie viel sie noch von dem Projekt wussten, dass sie selbst mit angestoßen hatten. Und obwohl mehr als ein halbes Jahr vergangen war, waren ihre Erinnerungen noch frisch. Dann ging es an die Arbeit, denn die SchülerInnen mussten in kürzester Zeit politische Prozesse kennen lernen. Sie erfassten die Grundzüge der Gewaltenteilung, erkannten die verschiedenen politischen Ebenen und wer dort die Entscheidungsprozesse beeinflusst. Grundlage war die Suche nach der Entscheidungsfindung auf unterster Ebene, in der Familie. Da konnten alle mitreden. Die Übertragung auf die Landesebene gelang mühelos. Zum Schluss sahen sie noch einen kurzen Spot aus dem Landtag: Die Wahl von Carina Gödecke zur Landtagspräsidentin. Sie wird übernächste Woche die Klasse besuchen.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Abschluss in der Hauptschule Kerpen-Horrem





Die Schüler und Schülerinnen der Klasse 6b, 5b und 5c sammelten zum Abschluss, was ihnen besonders gut am Projekt gefallen hatte. Sie haben sich mit Entwicklung und HartzIV und mit Verschuldung beschäftigt. Alle fanden es toll, über Filme mehr von anderen Kindern in der Welt zu erfahren. Sie haben verstanden, dass es eine Entwicklung nur geben kann, wenn die Bildung gestärkt wird. Vor allem aber haben sie über das Beispiel Fußball gesehen, dass wir einen großen Einfluss mit unserem Kaufverhalten haben und oft dafür sorgen, dass Menschen arm bleiben. Viele von ihnen würden gerne Aktionen machen, um diesen benachteiligten Kindern zu helfen. Besonders hat allen das Plakate-Malen und der Versuch, selbst einen Ball zu nähen, gefallen. Gerne möchten sie weiterhin Friedensband-Projekte in der Schule machen. Auch die Lehrerinnen fanden das Projekt bereichernd und erlebten das Engagement in der Klasse als wertvoll für die Klassengemeinschaft. "Weiter so" - da waren sich alle einig.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Aktion Rote Hand im Landtag Nordrhein-Westfalen

Erster Tag - "Die Klasse 9c der Realschule Kerpen war von FRIEDENSBAND in den Landtag nach Düsseldorf eingeladen worden, um mit den Landtagsabgeordneten die "Aktion Rote Hand" gegen den Einsatz von Kindersoldaten durchzuführen. Die 28 SchülerInnen hatten unterschiedliche Aufgaben: Einige mussten den Aktionstisch im Foyer des Landtages betreuen und dort den Politikern erklären, dass sie mit einem Aufruf und ihrem Handabdruck ihr "Nein" gegen Kindersoldaten ausdrücken konnten. Die Hände der Politiker mussten natürlich auch mit roter Fingerfarbe eingestrichen werden. Andere gingen mit Flyern durchs Foyer, sprachen die Politiker an und schickten sie zum Aktionstisch. Wieder andere hatten Videokameras und interviewten Politiker zum Thema "Kindersoldaten" (Foto oben rechts). So kamen die SchülerInnen mit Ministern, der Landtagspräsidentin und sogar mit Hannelore Kraft ins Gespräch. Alle waren sich einig: Die Politiker waren ausnahmslos richtig nett und haben sich trotz eines anstrengenden Plenartages Zeit genommen." So beschrieb Bettina Henke, Lehrerin der Klasse 9c den Aktionstag. Auch ein vorbeikommender Polizeibeamter ließ es sich nicht nehmen, die Aktion zu unterstützen. (Bild rechts)


FRIEDENSBAND konnte mit vielen Abgeordneten Gespräche führen. Uns ging es parallel zur Aktion darum, dass die Abgeordneten in ihren Wahlkreisen die Aktion Rote Hand weiterempfehlen. Das einige das in die Tat umsetzen, glauben wir in jedem Fall - zu authentisch und überzeugend waren die Jugendlichen in ihren Aussagen.

Da mehrere Schulklassen im Landtag am Plenumstag teilnahmen, kamen wir auch mit einigen Lehrerinnen ins Gespräch. Auch hier entstanden Anknüpfungspunkte für die weitere Arbeit. Neben vielen Abgeordneten freute uns auch die Teilnahme von Norbert Killewald (Bild rechts), weil er im Vorstand des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sitzt und damit unsere Partnerorganisation vertrat.

Für die Jugendlichen war es besonders spannend, Landtagspräsidentin Carina Gödecke (Foto links) kennen zu lernen. Das war ganz sicher umgekehrt so, denn die Landtagspräsidentin ist bereits am 12. März in dieser Klasse in Kerpen zu Besuch. Dann geht es um das Pilotprojekt "Politik in Aktion", das wir mit ihr zusammen anstoßen wollen.



Auf der Webseite des Landtags wurde die Aktion sehr schön dargestellt, und auf der Webseite von Manuela Grochowiak-Schmieding, MDL Grüne

Donnerstag, 18. Dezember 2014

"Verschuldung" - Quiz gegen Verschuldung

Die Kinder der Klasse 6b hatten sich intensiv mit der Thema Verschuldung anhand der pakistanischen Kinderarbeiter beschäftigt. Während ein Teil der Klasse noch einmal ausprobieren konnte,  wie hart es ist, Fußbälle zu nähen, entwickelte der andere Teil Quizkarten. Dabei kamen sehr schön bemalte Karten heraus und die Jugendlichen fanden auch kniffelige Fragen.

"Entwicklung 1" - Quizkarten - Klasse 5c - 6. Tag

In der Klasse 5c der Hauptschule Kerpen-Horrem hatten die Kinder einen großen Wunsch: Noch einmal Fussball nähen. Einige hatten noch gar nicht versucht einen Ball zu nähen,  andere wollten es unbedingt noch einmal ausprobieren. Die anderen hatten die Aufgabe,  die Pappkärtchen für einen Quiz zu beschreiben.  Auf die eine Seite die Frage, auf die Rückseite die Antwort. Das ware nicht einfach für die Jugendlichen,  so konnten sie aber das erworbene Wissen einbringen. Die entstandenen Fragen waren die Grundlage für die Meinungsumfrage der Jugendlichen.

Freitag, 12. Dezember 2014

"Zuwanderung " - Projektbuch startet

Die SchülerInnen der Klasse 9c in der Realschule Kerpen begannen mit dem Projektbuch. Nach kurzer Absprache bearbeiteten die Jungs und Mädchen getrennt ihre Vorstellungen von Kultur und Zusammenleben. Die Ergebnisse flossen dann in der letzten halben Stunde zusammen.  Alle Jugendlichen haben zugesagt,  in den Ferien an den Texten zu arbeiten. Es könnte ein Buch für andere Jugendliche werden, aber auch für PädagogInnen als Einstieg in eine eigene Projektarbeit.

Mittwoch, 10. Dezember 2014

"Entwicklung 2" - Fußbälle nähen und kalkulieren

Wie schwer die Arbeit der Kinder in Pakistan ist, konnten die Jugendlichen der Klasse 5b der Hauptschule Kerpen am eigenen Leibe feststellen. Sie überlegten, dass ein Ball, den sie in dem Tempo nähen würden, erst nach zwei Tagen fertig wäre. Während die einen sich im Nähen des Fußballes versuchten, überlegten sich die anderen, wer denn eigentlich den großen Gewinn macht, der zwischen dem Lohn für die Arbeiter in Pakisten und dem Verkaufspreis eines Fußballes im Laden hier liegt. Wer bleibt hier arm und wer wird hier reich? Hier konnten wir einerseits die Situation der Entwicklungsländer erklären, gleichzeitig aber auch die der ärmeren Familien in Deutschland.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

"Entwicklung 1" - Hintergründe fehlender Entwicklung - Kl. 5c - 5. Tag


In der Klasse 5c der Hauptschule Kerpen wurden die restlichen Plakate vorgestellt und besprochen. Eine Gruppe hatte zahlreiche Zahlen verwendet. Das nahmen wir zum Anlaß, die Zahlen einmal in Relation zur Bevölkerung von Kerpen und von Deutschland zu setzen. Dann wurde dieser Projektabschnitt besprochen und wir konnten feststellen, dass die Schüler zunehmend ein Gefühl für die Aussichtslosigkeit der Kinder in Pakistan entwickelten. Jetzt sollte eine Meinungsumfrage erstellt werden. Das hatten die Jugendlichen noch nie gemacht und es war spannend, die gesellschaftlichen Hintergründe von Meinungsumfragen zu erklären.

"Verschuldung" - Protestplakate der Kinder


In der Kerpener Hauptschule hatte sich die 6b im letzten Workshop mit Rollenspielen an das Thema Verschuldung herangetastet. Dazu gab es heute eine Nachbesprechung. Wie war es, die Kinder, die Eltern oder die Kreditgeber zu verkörpern. Dann gingen wir auf die Problematik von Verschuldung in Pakistan und in Deutschland ein. Mit den Zinsen kamen die Kinder zunächst nicht zurecht, lernten dann aber schnell die Realität der Familien kennen als wir es anschaulich werden ließen.  Das spiegelte sich dann in den Protestplakaten wieder, die die Kinder anschließend malten. Sie konnten sich damit entweder an die Arbeitgeber, die Regierung oder an die Kreditgeber wenden
.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

"Entwicklung 2" - Kinderarbeit und Schule - Klasse 5b

In dem Film "Balljungs" lernten die Jugendlichen der Klasse 5b die Situation von Gleichaltrigen in Pakistan kennen, die Fußbälle nähen müssen, weil ihre Eltern zu wenig verdienen. Die Geschichte der beiden Jungen beschäftigte die Jugendlichen in der Klasse sehr. Dass diese nicht zur Schule gehen können und damit von einer positiven Entwicklung abgeschnitten sind, fanden sie nicht gut. Wieder konnten wir den Bogen zu den Entwicklungsländern ziehen, sodass die Jugendlichen das Problem verstanden.

Donnerstag, 27. November 2014

"Verschuldung 1" - Rollenspiel

Die Klasse 6b arbeitete sich ins thema Verschuldung ein. In einer Szene im Film Balljungs erklären die beiden Jungen, dass sie arbeiten müssen, weil die Eltern Schulden haben. Die Kinder teilten sich in vier Arbeitsgruppen und dachten sich eine Geschichte rund um die verschuldeten Familien aus. Dabei mussten sie sich in die Rolle der arbeitenden Kinder und ihrer Familien eindenken. Das war nicht leicht für die Kinder. Aber beim Präsentieren merkten wir, dass sie sich mit Empathie in die Verschuldungssituation hineinversetzen konnten. Ziel war es, die ausweglose Lage der Familien zu verstehen und Lösungsansätze zu finden. Das gelang. Ein Mädchen gestand im Gruppengespräch, dass sie Hunger habe. Auf die Nachfrage erklärte sie, dass sie morgens nie etwas zu essen bekäme. Wir werden also über eine Aktionen nachdenken, wie diese Kinder etwas zu essen bekommen.

"Entwicklung 1" - Forderungen an die Arbeitgeber - Klasse 5c- 4. Tag


Das Thema Entwicklung und HartzIV gingen wir mit den fußballnähenden Kindern an. Grundlage war die Szene im Film Balljungs, in dem die arbeitenden Kinder von ihrer Situation und der ihrer Familie erzählten. Da war nicht viel Aussicht auf positive Entwicklung.

Die Kinder in der Hauptschule malten Plakate, mit denen sie den Arbeitgebern ihre Forderungen präsentieren wollten.  Dazu mussten sie sich intensiv in die Situation der pakistanischen Familien hineinversetzen und ihre Forderungen formulieren. Ein Effekt war, dass die Gruppengespräche auch in ihre eigene Situation hineinragten.

Ganz automatisch suchten sie nach Möglichkeiten, wie hier in Deutschland Menschen geholfen werden könnte, aus ihrer schwierigen Lager herauszukommen.

Mittwoch, 26. November 2014

"Entwicklung 2" - Start in der Klasse 5b

Erster Workshop in der Klasse 5b. Start des Projektes Entwicklung und HartzIV.  Hayat Mia erzählte ebenso wie Günter Haverkamp über sich und über unser Vorhaben. Alle Kinder schrieben auf die Meinungswand ihren Namen und dazu ein Willkommen in ihrer Sprache: rumänisch, polnisch, albanisch,marokkanisch, französisch, spanisch - das war eine herrliche Sprachvielfalt. Jedes Kind stellte sich mit Herkunft und Sprache vor. Dann kam die nächste Meinungswand und wir sammelten Kinderrechte und besprachen sie. Da kamen nicht alle zusammen, aber die Kinder wussten doch viele. Grundlage von Kinderrechten, das merkten sie schnell, ist eine wirtschaftliche Grundlage. Darüber kamen wir auf die Situation der ärmeren Entwicklungsländer.

"Zuwanderung" - Zerrissenheit und Fest der Kulturen


Das Arbeitsblatt "Träume der Eltern, der Kinder, der Deutschen" förderte eine unglaubliche Zerrissenheit zu Tage. Warum sind sie nach Deutschland gekommen? Und dann, wie geht es ihnen selbst dabei? 

Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund beschrieben ihre Situation als ziemlich verzweiflelt. Wo gehören sie hin, welche Sprache, welche Kutlur ist ihre. Sie fühlen sich fremd in Deutschland und in der Heimat, sind der Herkunftsspürachen nicht mehr mächtig und auch nicht der deutschen.

Die deutschen MitschülerInnen waren teilweise richtig schockiert. So schlimm hatten sie es sich nicht vorgestellt. Da wirkte unsere typische Frage: "Was könnt ihr tun?" wie ein Befreiungsschlag und war Auslöser für eine energiegeladene Suche nach Möglichkeiten. Die waren erstaunlich vielfältig: Ein Tag der Kulturen an der Schule, kleine kulinarische Exkursionen durch Mitbringen von Essen, muttersprachliche Einlagen mit kleinen typischen Geschichten. Die Jugendlichen sind begeistert und voller Tatendrang.

Donnerstag, 13. November 2014

"Verschuldung" - Hauptschule Kerpen, 6. Klasse


Die SchülerInnen in der Klasse 6b waren überrascht, wie schwer es ist, die Nadeln durch die vorgestanzten Lederstücke zu führen. Auffällig war die hohe Beteiligung in der Klasse. Diese Form der Vermittlung über eine ganz praktische Ausübung ließ auch diejenigen nicht gleichgültig, die sonst zurückhaltend waren. Die Kinder, die nicht direkt am Fußball nähten, entwarfen ihr eigenes Fußballdesign. Dabei war eine schöne Idee, die 32 Teile des Falls mit jeweils einer WM-Mannschaft zu bedrucken. Alle, die mit dem Nähen fertig waren, schrieben ein paar Sätze darüber, wie sie es empfunden und was sie dabei gedacht hatten. Das Nähzeug bleibt in Kerpen, so dass alle Jugendlichen das Nähen ausprobieren können.